Verena Kaltenhauser

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__________Ein Herz und eine Seele_________ (Foto: www.faszination-pferd.at)

Wie ich die Akademische Reitkunst entdeckte?

Nun das war alles pures Glück, um ehrlich zu sein. Glück das ich Eva kennen lernte und sie diese Art zu reiten mit in unseren Stall brachte. Glück das Silke ihre Schülerin wurde noch bevor sich mein Weg mit dem meines Pferdes kreuzte, und sie mir von dieser Reitweise vorschwärmte, sodass ich mein eigenes Pferd von Anfang an so ausbildete.

Meine persönlichen Erfahrungen mit der Akademischen Reitkunst begannen mit dem Import eines Lusitanohengstes, Sagitario, aus Portugal (www.lusitano.at). Er war damals sechs Jahre alt, konnte die Seitengänge im Schritt und Trab, war allerdings extrem schreckhaft und ängstlich (das ist er heute noch :-) ), knirschte die ganze Zeit mit den Zähnen, rollte sich hinter der Hand ein und konnte sich in der neuen Umgebung kaum konzentrieren. Wir mussten ein halbes Jahr üben geradeaus am zweiten Hufschlag zu gehen, da er immer mit der Kruppe auswich.

Mit Hilfe von Eva begann ich ihn umzuschulen, das Einrollen zu korrigieren und ihn mehr und mehr zu entspannen und seine Konzentrationsfähigkeit zu steigern.
Ich muss zugeben, dass ich anfangs dieser Reitweise ein wenig skeptisch gegenüberstand. Was es hier alles zu fühlen gab, jedes einzelne Hinterbein in allen Gangarten, jede Verspannung im Pferdekörper, ich war mir unsicher, ob das überhaupt möglich war. Doch mit der Zeit entdeckte ich, es war nicht nur möglich, ich konnte es auch selbst „lernen“.
Und so begab ich mich langsam auf den Weg zur Reitkunst.

Mittlerweile ist mein Pferd viel ruhiger, er rollt sich nicht mehr die ganze Zeit ein und knirscht nur mehr in extremen Stresssituationen mit den Zähnen.

Ich reite ihn einhändig auf blanker Kandare, und wir können alle Seitengängen in allen drei Gangarten, arbeiten an den Galopppirouetten, Fliegenden Galoppwechseln und der Piaffe.
Natürlich gibt es noch viel zu lernen und zu spüren, denn um so weiter man kommt, umso mehr hat man eine Ahnung von dem was es heißt mit seinem Pferd zu verschmelzen und was es, um das perfekt zu erreichen, noch alles zu lernen gibt.

Was mir an dieser Reitweise am besten gefällt ist, dass alles einen Grund hat. Jeder Hilfe geht ein Gedanke voraus, jede Übung hat den Sinn das Pferd zu gymnastizieren, geschmeidiger zu machen und den Muskelaufbau zu fördern, um das Gewicht des Reiters ohne Schaden zu tragen. Es wird genau erklärt, wieso man es so macht und nicht anders. Man bekommt ein sehr gutes Bild vom Ausbildungsweg, welcher Schritt zum nächsten führt und was man mit dem eigenen Pferd, das nicht immer das perfekte Dressurpferd im herkömmlichen Sinn zu sein scheint, alles erreichen kann. Denn wie heißt es nicht so schön: „Jedes Pferd kann alles lernen“.