Nina Schlögl

Rodino

Rodino

Erst im Oktober 2008 entschied ich nach 11jähriger Reitpause wieder aufs Pferd zu steigen.
Ein halbes Jahr Mitreiterschaft und die Zusammenarbeit mit Petra Lintner machten mir aber schnell klar: Jetzt verwirkliche ich meinen Traum vom eigenen Pferd.

Durch die Beobachtung der Arbeit von Petra und Timo erkannte ich jedoch recht schnell, dass ich alles, was ich jemals geglaubt hatte über Pferdepsyche und Ausbildung eines Pferdes zu wissen, nun hinterfragen musste! Die Leichtigkeit und Bereitschaft der Pferde sich aktiv an der gemeinsamen Arbeit zu beteiligen faszinierte mich. Ich muss allerdings gestehen, die Einsicht, dass weder mein Sitz noch mein Wissen ausreichten mich und mein Pferd eigenständig weiterzuentwickeln, brachte mich an manchen Tagen fast zur Verzweiflung. Aber wie heißt es so schön? “Einsicht ist der erste Weg zur Besserung!”

So kam es dann auch, dass ich, wie in der Akademischen Reitkunst vorgesehen, beschloss einen Schritt  nach dem anderen zu gehen.Longestunden auf Timo und viele Gespräche mit Petra haben mich auf diesem Weg besonders gestützt. Schließlich fällte ich am 14.03.2009, wenn auch etwas überraschend, die Entscheidung den damals 3 1/2 jährigen Rodiño zu kaufen. Rod, ein Kind der Liebe auf der Sommerweide- wie es seine Vorbesitzerin nannte, ist ein Friesen/Warmblut Mix und war noch kaum angeritten. Er ähnelte eher einem unscheinbaren Pferdchen, als dem stolzen Pferd zu dem er mittlerweile geworden ist.

Zu Hause angekommen stellten wir fest, dass Rod und ich erst einmal an unserer Teamfähigkeit arbeiten mussten. Die “Kleinmädchenvorstellung”: Ich kaufe mir ein Pferd und dann sind wir ein Herz und eine Seele, ist bei uns zunächst nicht aufgegangen. Als erstes mussten wir die Fronten klären um festzulegen wer der Chef war. Ich gestehe, manchmal war ich es nicht!
Petra war mir stets eine große Hilfe, stand mir in allen erdenklichen Situationen tatkräftig zur Seite- und umso schöner ist es ihr auf diesem Weg Danke, Petra sagen zu können!

Unsere erste Aufgabe war es nun, Rod den Kappzaum näher zu bringen und durch Bodenarbeit erste gemeinsame Ziele zu definieren. Konsequenz war, ich lernte das richtige Longieren, Rod ein schönes Vorwärts-Abwärts. Im Juli war es dann so weit, wir bekamen unseren neuen Sattel und seitdem arbeiten wir gemeinsam mit Petra eifrig an den Grundlagen der akademischen Reitkunst. Kontinuierliche, ruhige Arbeit ermöglichte uns im November 2009 die erste Teilnahme an einem Kurs mit Sabine Kellinger, der uns besonders schöne Fortschritte einbrachte.

Somit freue ich mich jetzt so richtig den Weg der akademischen Reitkunst gemeinsam mit Rodiño zu beschreiten, denn  wer einmal die Leichtigkeit des Reitens gespürt hat, möchte nie wieder etwas anderes mit seinem Pferd erleben!