in memoriam Barilla
« Anna Eichinger | Gepostet am 12/20/2009 01:56 pm von evastix
Barilla
Acht Jahre ist es her, dass ich Barilla kennen gelernt habe. Eine vielversprechende Stute, in die ich mich einfach verlieben musste.
Müssen – das war überhaupt ein jahrelanges Thema unserer Reiterei. Während ich mir von vielen Trainern einreden ließ, dass mein Pferd einfach wahnsinnig stur wäre und erst mal “geknackt” werden müsste, war es dann doch der Tierarzt, der diese Reiterei stoppte. Ein Jahr Koppel, aufgrund von Knorpelschäden in beiden Sprunggelenken war die Diagnose – und zum Glück traf ich in dieser Zeit Eva Stix, die ich schon früher vom gemeinsamen Reiten kannte.
Ich hatte eine nur 50%ige Chance, überhaupt wieder aufsteigen zu können, und tatsächlich gelang nach einem Jahr absoluter Schonung der Wiedereinstieg.

Barilla
Sicherlich war Barilla für mich das schwierigst mögliche Lehrpferd, jeder Tag mit ihr brachte eine Überraschung und verlangte mir viel Denkarbeit ab- aber letztendlich hat es sich mehr als ausgezahlt. Ich bin sicher geduldiger geworden, was die Ausbildung anbelangt – ein top ausgebildetes Pferd hätte mir nie so viel beibringen können, wie meine Barilli. Ich bin sehr dankbar, dass sie bis zuletzt für mich gekämpft hat.
Ende Oktober 2009 ist Barilla an einer Kolik verstorben.
Ich werde sie nie vergessen – genauso wenig wie die akademische Reitkunst, die uns näher zusammen gebracht hat. Barilla war eine sehr strenge Lehrerin, die mir dennoch so vieles nachgesehen hat. Dafür und für ihre Bereitschaft mit Eva und mir noch ein Mal völlig neu zu beginnen bin ich ihr sehr dankbar.
Update 2010: Tarabaya

Tarabaya
Ohne Pferd weitermachen? Das kam für mich und meinen Vater Rudi nicht in Frage – schließlich reiten und leben wir mit Pferden seit über 20 Jahren.
Eine geeignete Nachfolgerin für Barilla musste also schnell gefunden werden. Ich sage bewußt “Nachfolgerin” – denn Barilla hatte immer so sehr für uns gekämpft – nach acht Jahren mit ihr war für mich einfach klar – eine Stute muss es sein! Und – wenn möglich ein Trakehner!!! Mit diesen Pferden bin ich quasi Tür an Tür groß geworden – also kam einfach nur ein Trakehner in Frage!
Überraschenderweise war die Suche, kaum gestartet, schon vorbei. Bei Familie Durlacher stieß ich schließlich auf die vierjährige Fuchsstute Tarabaya. Da ein Proberitt aufgrund der Wetterbedingungen im November direkt bei den Züchtern nicht möglich war, brachte mir Familie Durlacher Tarabaya sogar direkt in den Stall zum Proberitt. Nervenstark stieg Tarabaya aus dem Hänger, absolvierte ein paar Runden frei laufend in der Halle und präsentierte sich brav beim Probereiten.
Drei Wochen Bedenkzeit folgten – in der Zwischenzeit habe ich mir natürlich noch ein paar Pferde angesehen – aber Tarabaya hatte mich schon längst erobert.
Mein Vater war am Anfang skeptisch – er wollte weder ein feuerrotes Pferd, noch eine Stute. Aber wer kann diesen Augen schon widerstehen
Mittlerweile “wohnt” Tarabaya seit Dezember in Stattegg und hat auch die akademische Reitkunst kennen gelernt.
Mit Barilla fühlte ich mich fest im Sattel – mit Tarabaya lerne auch ich jetzt jeden Schritt neu, denn es ist doch etwas völlig anderes, ein junges Pferd neu auszubilden, als umzusteigen. Alte Fehler werden beim Umsteigen gar nicht so bewußt, wenn die Sache eh “halbwegs” funktioniert.
Eine große Stütze, die mir jedes Mal etwas neues beibringt ist Silke Linhart.
Beruflich heftig eingespannt musste ich doch ein paar Wochen pausieren – erstaunlich, was Silke in dieser kurzen Zeit dem “Tibby-Tabby” beigebracht hat!
Ich bin schon gespannt, welche Fortschritte Rudi, Tarabaya und ich im nächsten Jahr machen werden! Eines ist auf jeden Fall klar – so groß auch die Verlockung ist, einfach in alte Muster zu fallen und “drauf los zu reiten” – geritten wird bei uns nur noch akademisch!